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Sieben Türme aus der Vogelperspektive

 Ehrenamtliches Engagement: Hanno Mertin hat einen Kurzfilm über die Sieben Türme gedreht.

Es gibt einen Ort in Lübeck, da ist immer Wind. Auf dem Marienkirchhof weht selbst an heißen Sommertagen mindestens ein laues Lüftchen. Peer Christesen hatte sich nicht nur deshalb auf St. Marien besonders vorbereitet - Pläne studiert, den Wind um die Türme berechnet und die Wetterprognosen abgewartet. Warum? Er hat die Türme der Lübecker Innenstadtkirchen mit einer Drohne gefilmt. Einige Ausschnitte sind Teil des Kurzfilms der Kampagne „Sieben Türme will ich sehen“.

 

Überraschend anspruchsvoll war dann aber nicht St. Marien, sondern der Lübecker Dom. Allein einen Ort zu finden, an dem die Drohne sicher aufsteigen konnte, war eine Herausforderung. Richtig überrascht hat Peer Christesen aber die Windsituation rund um die beiden Türme. „Vor allem dazwischen musste ich eingreifen und die Drohne per Hand hindurch navigieren“, so Christesen. Normalerweise gleicht seine Drohne den Wind automatisch aus. „Aber hier haben sich die Voraussetzungen so schnell verändert, dass der Zeitverzug, mit dem die Drohne reagiert, gefährlich geworden wäre.“

 

Peer Christesen ist 20 Jahre alt, hat eben sein Abitur an der Thomas-Mann-Schule absolviert und plant nun sein Studium. Sein Wunsch ist das Fach Informationstechnologie und Design an der Fachhochschule Lübeck. „Da ist viel von dem dabei, was mich schon lange interessiert“, sagt Peer Christesen. Seit einigen Jahren macht er Filme, so erfolgreich, dass er bereits sein Unternehmen crossXfire gegründet hat. Angefangen hat er damit, Logos professionell zu animieren. Luftaufnahmen per Drohne beherrschen seit Jahren die Videos in den sozialen Netzwerken wie facebook. „Für mich ist die Drohne eine Erweiterung der Kameraperspektiven“, so Christesen.

 

Er kennt sich nicht nur technisch mit seinem Equipment aus, auch das rechtliche Wissen hat er immer im Blick. Seit kurzem gilt eine neue Drohnenverordnung. Sie regelt strikt, wo genau Drohen aufsteigen dürfen, wie hoch und worüber sie fliegen dürfen. „Drohnen sind Trend“, weiß Peer Christesen. Und deshalb findet er es gut, dass die Nutzung jetzt geregelt ist, auch wenn die Verordnung ihn vor neue Herausforderungen stellt. Jetzt ist es nur noch mit Ausnahmegenehmigungen möglich, mehr als 100 Meter hoch aufzusteigen. Die kosten Geld und legen Tag und Uhrzeit genau fest. „Blöd, wenn dann das Wetter nicht mitmacht“, so Christesen.

 

Dabei ist das Licht entscheidend für gute Bilder. Peer Christesen hatte Glück, als er St. Jakobi abgeflogen hat. „Die vergoldete Uhr, der Dachreiter – ich mag die Kirche sehr“, sagt Peer Christesen. „Wenn man über Jakobi Richtung St. Marien fotografiert, fühlt man sich wie im Mittelalter.“ Die Arbeit der Jahrhunderte fängt Peer Christesen mit der Kamera an seiner Drohne ein. In der anschließenden Bearbeitung ist das Colour Grading (Farbmanagement) besonders wichtig. Für die Kirchen Lübecks hat Peer Christesen auf hohe Kontraste gesetzt. „So wird das Alter der Kirche sichtbar und darauf kommt es an“, so Christesen.

 

Zwei Tage hat er gebraucht, um St. Aegidien, St. Marien, St. Jakobi, St. Petri und den Dom zu Lübeck abzufliegen. Eine weitere Woche hat es gedauert, bis die Aufnahmen bearbeitet waren. Einige sind Teil des Kurzfilms von Hanno Mertin für die Kampagne „Sieben Türme will ich sehen“. Peer Christesen hat nun einen Film aus dem Material gemacht, der die Sieben Türme Lübecks vorwiegend aus der Vogelperspektive zeigt – und damit ganz neue Ansichten auf die berühmten Wahrzeichen der alten Hansestadt ermöglicht.


Nachfolgend können Sie sich den Film anschauen: