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Freude über erste Großspende für Sanierung der St. Petri-Kirche

St. Petri zu Lübeck freut sich über die erste Großspende von 100.000 Euro. Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck entschloss sich spontan, als sie von den schweren Schäden an der St. Petri-Kirche erfuhr, sich finanziell an der Rettung des Turms und des Mauerwerks zu beteiligen.

 

„Diese Spende ist ein fantastischer Start für die Spendenaktion“, freut sich St. Petri-Pastor Bernd Schwarze. Hans-Peter Süfke, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung, sagt: „In einer Spendenentscheidung waren wir noch nie so schnell“. Die Hansestadt sei ohne ihre sieben Türme nicht vorstellbar, und St. Petri nehme seit 25 Jahren als Kultur- und Universitätskirche einen besonderen Platz ein. Auch das Datum der Spendenübergabe, der 28. März, sei nicht zufällig gewählt worden: „Wir alle wissen von der Bombennacht vom 28. auf den 29. März 1942, in der große Teile der Altstadt und fünf Kirchtürme, darunter der von St. Petri, zerstört wurden“.

 

Erste GrossanierungDiese Nacht, die im christlichen Palmsonntag mündete, ging als „Palmarum 1942“ in die Geschichtsbücher ein. Der St. Petri-Kirche und ihr Turm konnten nach jahrelanger Restaurierung erst 1987 wieder eingeweiht werden – nicht zuletzt durch die Unterstützung zahlreicher Hansestädter und des Bauvereins von St. Petri. Seit dem 1. April 1988 wird St. Petri, die eine Stadtkirche ohne Gemeinde ist, für (wissenschaftliche) Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, politische Diskussionsrunden, Lesungen und vieles mehr genutzt.

 

Hans-Peter Süfke, der rund einen Monat vor der Palmarum-Nacht zur Welt kam, erinnert sich an die späten 1940er Jahre: „Schon damals wurde mit Klingelbeuteln Geld von der Bevölkerung für den Wiederaufbau der Kirchtürme gesammelt. Jeder gab ein bisschen – so wie jetzt auch“. Auf dem Spendenkonto von „Sieben Türme sollst Du sehen“ gingen bereits vor dem offiziellen Beginn der Spendenaktion über 25.000 Euro ein: „Darunter sind Spenden von 15 bis 10.000 Euro. Es ist einfach klasse, dass viele Lübecker spenden. Auch kleine Summen sind ganz wichtig, wir freuen uns sehr darüber“, so Petra Kallies, Pröpstin des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

 

Und es gibt viel zu tun: Die Kirchenbauhütte des Kirchenkreises hat in den vergangenen Tagen ein Probegerüst am Westwerk der Kirche aufgestellt, um die Schäden im Mauerwerk inspizieren zu lassen. „Fast alle Gesimse sind porös“, informiert Bernd Leinert, Leiter der Kirchenbauhütte. Durch eintretende Feuchtigkeit sei das Mauerwerk und der Kirchturm stark beschädigt. Sehr viele und vor allem lange Risse ziehen sich durch das Mauerwerk. Es müssen rund 40.000 Klosterformatsteine und 4.500 Formsteine verbaut werden. „Es ist schlimmer, als es sich von unten dargestellt hat“, so Leinert. Rund 2.500 bis 3.000 Quadratmeter Fugen seien zudem kaputt – durch den strengen Frost sei die Gefahr von abplatzenden Steinen sehr groß, jeder Winter verschlimmere die Lage. Auch die 75 schmiedeeisernen Anker, die zur Stabilisierung dienen, beginnen zu rosten. „Noch wissen wir nicht, wie alt die Steine sind und wie sie eingemauert wurden. Das klärt ein Historiker in der nächsten Zeit. Es sind aber definitiv Steine aus dem 12. Jahrhundert dabei“. Sicher sei, wenn jetzt nicht gehandelt werde, dass Steine vom Turm fallen könnten. „Aus diesem Grund müssen wir jetzt handeln, damit nichts Schlimmes passiert“, ergänzt Bernd Schwarze.

 

Rund 2,8 Millionen Euro werden nach dem derzeitigen Stand für die Sanierung der St. Petri-Kirche benötigt. Am Ostermontag, 1. April 2013, wird der 25. Geburtstag von St. Petri als Kultur- und Universitäts-Kirche sowie der Auftakt der Spendenaktion von „Sieben Türme sollst Du sehen“ gefeiert. Karten für 25 Euro gibt es im LN-Pressehaus, bei Hugendubel, im Pressezentrum, im St. Petri Turmshop und an der Abendkasse. Schüler und Studenten haben freien Eintritt. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.